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Notwendiger Schritt

Real-Boss Perez: Die Super League wird den Fußball retten

Für den designierten Boss Florentino Perez soll die Super League aus einem Grund kommen: Um den Fußball zu retten, «der sich in einer kritischen Situation befindet».

dpa

«Wenn gesagt wird: Das sind die Reichen - nein. Ich bin nicht der Eigentümer von Real Madrid, Real Madrid ist ein Mitgliederverein. Alles, was ich tue, ist zum Wohl des Fußballs. Jetzt machen wir dies, um den Fußball zu retten, der sich in einer kritischen Situation befindet», sagt Florentino Perez. Foto: Enrique de la Fuente

Madrid (dpa) - Die geplante Super League ist für deren designierten Boss Florentino Perez kein Angriff auf den Fußball, sondern seine notwendige Rettung.

«Wenn gesagt wird: Das sind die Reichen - nein. Ich bin nicht der Eigentümer von Real Madrid, Real Madrid ist ein Mitgliederverein. Alles, was ich tue, ist zum Wohl des Fußballs. Jetzt machen wir dies, um den Fußball zu retten, der sich in einer kritischen Situation befindet», sagte der Präsident des spanischen Rekordmeisters in einem in der Nacht zu Dienstag ausgestrahlten Interview des Senders El Chiringuito de Jugones, über das die spanische «Marca» berichtete.

Überall auf der Welt seien Clubs wegen der Corona-Pandemie in finanziellen Schwierigkeiten und es gehe darum, den «Fußball zu retten, damit wir zumindest für die nächsten 20 Jahre in Ruhe leben können. Die Situation ist sehr dramatisch», sagte Perez. Real hat wie der FC Barcelona und weitere Clubs hohe Schuldenberge, die Corona-Pandemie hat die Lage für viele wegen der eingebrochenen Umsätze verschlimmert.

Die Königlichen sind einer von drei Clubs aus Spanien, sechs aus England und drei aus Italien, die sich zu einer Super League zusammenschließen wollen und damit tags zuvor auf Konfrontationskurs zur UEFA und deren Champions League gegangen sind. Teilnehmen sollen insgesamt 20 Mannschaften, für die Gründungsmitglieder sind 3,5 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. «Wir werden versuchen, sobald wie möglich zu beginnen», sagte Perez, der als Vorstandsvorsitzender des Unternehmens auserkoren ist. Deutsche Clubs sind bislang nicht beteiligt, auch Paris St. Germain macht bislang nicht mit.

Die bei der Exekutivsitzung der UEFA am Montag beschlossene Reform der Champions League, die zukünftig mit 36 statt 32 Clubs ausgetragen werden und durch einen neuen Modus 100 Spiele mehr pro Saison haben soll, kommt laut Perez zu spät: «Sie sagen, das neue Format kommt 2024. 2024 sind wir alle tot.» Weiter sagte er über die Königsklasse, bei der Real in der laufenden Saison im Halbfinale steht: «Die Champions League ist ab dem Viertelfinale attraktiv. Wir müssen gegen bescheidene Mannschaften spielen, was nicht attraktiv ist.»

Die harsche Reaktion der UEFA und der nationalen Ligen kann Perez nicht nachvollziehen. UEFA-Präsident Aleksander Ceferin droht damit, dass Nationalspieler der abtrünnigen Clubs bei der EM und Weltmeisterschaften nicht spielen dürfen. Auch ein Ausschluss aus der laufenden Champions-League-Saison steht im Raum, betroffen wären von den Halbfinalisten neben Real auch der FC Chelsea und Manchester City. «Wann immer es eine Veränderung gibt, gibt es immer Leute, die dagegen sind», sagte er. «Was ist attraktiv? Dass wir Großen unter einander spielen, die Konkurrenzfähigkeit. Das ist attraktiv und wird im Fernsehen mehr wertgeschätzt, generiert also mehr Ressourcen.»

Mit Konsequenzen für die abtrünnigen Clubs rechnet Perez nicht. «Man muss transparent sein. Die UEFA ist nicht transparent gewesen, und damit ist es vorbei. Mit den Monopolen ist es vorbei, und wir alle sagen, dass der Fußball am Rande des Ruins steht. Wir werden mit Sicherheit nicht aus der Champions League rausfliegen. Auch nicht aus La Liga, nichts dergleichen», sagte er. «Die UEFA hat kein gutes Image. Ich will Dinge, die bei der UEFA passiert sind, nicht erwähnen, aber sie muss einen Dialog führen und nicht drohen.»

© dpa-infocom, dpa:210420-99-271412/3

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