1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Überregional
  4. >
  5. Vermischtes
  6. >
  7. Schlag gegen Geldautomaten-Sprenger

  8. >

Razzien in NRW und vier weiteren Bundesländern sowie in den Niederlanden

Schlag gegen Geldautomaten-Sprenger

Osnabrück

Etwa 100 Beamte haben am Dienstag 16 Objekte in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Hessen und den Niederlanden durchsucht. Es kam dabei zu einer weiteren Festnahme eines mutmaßlichen Täters.

Von dpa

Feuerwehrleute stehen vor einem gesprengten Geldautomaten in Nordrhein-Westfalen. Foto: Florian Schmidt/dpa

Ein internationales Ermittlerteam ist in mehreren Bundesländern und den Niederlanden gegen Geldautomaten-Sprenger vorgegangen. 13 mutmaßliche Täter seien über einen längeren Zeitraum festgenommen worden, teilte die Polizei am Mittwoch mit.

Die vorerst letzte Festnahme gab es demnach am Dienstag in der Nähe von Helmond in den Niederlanden. Zeitgleich durchsuchten rund 100 Beamte 16 Objekte in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Hessen und dem Nachbarland.

Den Festnahmen sind monatelange verdeckte Ermittlungen vorausgegangen, die von der Zentralen Kriminalinspektion und der Staatsanwaltschaft in Osnabrück koordiniert wurden. Nach derzeitigen Erkenntnissen stehen 17 Mitglieder einer niederländischen Tätergruppierung im dringenden Verdacht, in unterschiedlicher Zusammensetzung insgesamt zwölf Geldautomaten-Sprengungen in Deutschland verübt zu haben, davon drei in NRW. Den Schaden beziffern die Ermittler auf mehr als vier Million Euro.

Bei der Aktion am Dienstag fanden die Beamten unter anderem mutmaßliche Täterkleidung, gestohlene Kennzeichen und mehrere Handys. In den Niederlanden zogen die Einsatzkräfte zudem ein Auto und ein Motorrad im Wert von etwa 40.000 Euro ein.

In NRW gab es laut den Ermittlern unter anderem eine Razzia in Recklinghausen. Allein dort seien in einem Objekt 35 Handys gefunden worden.

Die Zahl der Geldautomatensprengungen war in Nordrhein-Westfalen in den vergangenen Monaten wieder angestiegen. Das Landeskriminalamt (LKA) macht vor allem Banden aus den Niederlanden dafür verantwortlich. In den Niederlanden gibt es nur noch wenige Geldautomaten, da die meisten Menschen mit Kreditkarte bezahlen. Die verbliebenen Automaten sind meist gut gesichert. Die deutschen Ermittler sehen daher einen „Verdrängungseffekt“, durch den vor allem Geldautomaten in NRW Opfer werden.

Startseite
ANZEIGE