Kommentar zur Schulöffnung

Volles Risiko

Seit gestern gilt also wieder der volle Präsenzunterricht an den Schulen in NRW. Alle Mann an Bord, ja. Alles beim Alten? Nein.

Elmar Ries 

Schule - fast wieder ganz normal Foto: Oliver Dietze/dpa

Eine strenge Test- und Maskenpflicht soll das Virus auf Abstand halten. Weg vom Bildschirm, zurück ins Leben: Was bleibt, ist die Freude über einen weiteren Schritt Richtung Normalität – und der Rest eines unguten Gefühls.

Die Corona-Inzidenzen sind im Sturzflug, die Impfquote steigt im Gegenzug von Tag zu Tag. Der Anfang vom Ende der Corona-Pandemie ist greifbar. Städte und Kreise lockern die Beschränkungen, die Menschen atmen auf. Schule ist kein Biotop, abgeschlossen, selbstreferenziell. Also muss auch hier der alte Alltag in Teilen neuen Einzug halten. Um der Kinder – und ihrer Eltern willen.

Aber: Ganz so einfach – und vor allem ganz so eindeutig ist die Corona-Lage noch nicht. Mit der Rückkehr in die volle Präsenz geht das Land volles Risiko. Deutlich sicherer wäre es gewesen, den Wechselunterricht bis zu den Sommerferien fortzusetzen. Knapp fünf Wochen länger im Schulschichtbetrieb hätten angesichts des gesamten Unterrichtsausfalls keine große Rolle mehr gespielt. Politisch war das augenscheinlich nicht durchsetzbar.

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